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Kühlung

Kühllast-Referenz

Wärmequellen, typische Sicherheitsreserven, Redundanzkonzepte und Temperaturanstieg bei Kühlausfall für Technik- und Serverräume. Ergänzung zum Kühllast-Rechner.

Stand: Juni 2026

Abkürzungen

ASHRAEAmerican Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers
Der US-Fachverband, der die Standard-Temperatur- und Feuchtigkeitsbereiche veröffentlicht, für die Serverhardware ausgelegt ist. Wenn eine Tabelle vom „empfohlenen ASHRAE-Bereich“ spricht, ist damit die sichere Zone gemeint, auf die die meisten Serverhersteller ihre Geräte auslegen.
PDUPower Distribution Unit
Im Grunde eine robuste Steckdosenleiste im Serverrack, die eine ankommende Stromzuleitung auf mehrere Steckdosen für die Geräte im Rack aufteilt.
UPSUninterruptible Power Supply
Eine Batterie-Notstromversorgung, die Geräte für kurze Zeit weiterlaufen lässt, wenn der Netzstrom ausfällt — damit ein Notstromaggregat starten kann oder Geräte sicher heruntergefahren werden können.

Gesamtkühllast — die Bausteine

Gesamtlast = IT-Last + USV-/Stromwandlungsverlust + Beleuchtung + Personen + Zusatzwärme, dann × (1 + Sicherheitsreserve)

Die IT-Last ist die angeschlossene elektrische Last von Servern, Netzwerk und Speicher — nahezu die gesamte Leistung wird zu Wärme. USV-/Wandlungsverluste erzeugen zusätzliche Wärme im Raum (oder in einem benachbarten Elektroraum) on top of der IT-Last.

Wärmequellen — typische Werte

Werte für die Planungsphase. Vor der endgültigen Kühlplanung immer mit tatsächlichen Typenschild-/Messdaten abgleichen.

QuelleTypischer WertHinweis
IT-Last1:1 zur elektrischen AufnahmeNahezu die gesamte elektrische Leistung der IT-Geräte wird zu Wärme
USV-/Wandlungsverlust5 – 10 %Bezogen auf IT-Last; Online-USV (Doppelwandlung) meist 6–10 %, Line-interactive niedriger
Beleuchtung8 – 15 W/m²LED-Technikbeleuchtung; ältere Leuchtstoffleuchten liegen höher
Personen (sensible Wärme)100 – 130 W/PersonSitzend, leichte Tätigkeit — Server-/Technikraumpersonal
Gebäudehülle (Wände/Dach/Solar)StandortabhängigBei kleinen Technikräumen oft in „Zusatzwärme" oder Sicherheitsreserve eingerechnet

Faustregel: Bei einer Online-USV mit 8 % Verlust addiert ein 20-m²-Raum mit einer Person und 10 W/m² Beleuchtung rund 0,25 kW zur IT-Last — vor jeder Sicherheitsreserve.

Sicherheitsreserve — Orientierung

SzenarioTypische ReserveBegründung
Stabile, vollständig bekannte Last10 – 15 %Eingeschwungener Standort, kein geplantes Wachstum, gute Messdaten
Typisches Projekt (Standard)20 %Übliche Planungsreserve für Messunsicherheit und geringe Lastschwankungen
Wachstum erwartet (12–24 Monate)25 – 35 %Spielraum für zusätzliche Racks/Geräte ohne Neuplanung der Kühlung
Hochdichte / HPC / GPU-Räume30 %+Lastprofile ändern sich schnell; thermischer Spielraum schützt vor Throttling

Kühl-Redundanzkonzepte

KonzeptBedeutungTypischer Einsatz
NGenau ausreichend Kapazität für die Last, kein ReservegerätNur unkritische Bereiche/Labore
N+1Ein zusätzliches Gerät über das Mindestmaß hinausStandard für die meisten Server-/Technikräume
2NZwei vollständig unabhängige, voll dimensionierte KühlpfadeGeschäftskritische Anlagen, Tier-III/IV-Planungen
2N+1Zwei unabhängige Pfade, jeweils mit eigenem N+1Kritischste Infrastruktur höchster Stufe

Temperaturanstieg bei Kühlausfall

Fällt die Kühlung aus, steigt die Raumtemperatur abhängig von IT-Lastdichte und thermischer Masse des Raums. Dies sind Faustregeln für die Planungsphase, kein Ersatz für eine echte Thermal-Runaway-Berechnung.

Lastdichte im RaumCa. AnstiegsrateZeit bis ASHRAE-A2-Grenze (35 °C) ab 22 °C
Niedrig (< 1 kW/m²)1 – 2 °C/min~7 – 13 min
Mittel (1 – 3 kW/m²)3 – 5 °C/min~3 – 4 min
Hoch (> 3 kW/m², dichte Racks)6 °C/min oder mehr< 2 min

Technikräume mit geringerer Dichte und großer thermischer Masse (großes Raumvolumen im Verhältnis zur Last) verkraften Kühlausfälle deutlich länger als dichte Rackreihen mit minimalem Freiraumvolumen.

Häufig gestellte Fragen

Wird wirklich die gesamte IT-Last zu Wärme?

Ja, für die Planungspraxis. Aus einem Serverraum verlässt nahezu keine Energie als etwas anderes als Wärme — es wird keine nennenswerte mechanische Arbeit verrichtet. Die an PDU oder Verteiler gemessene elektrische Last ist ein sehr guter Näherungswert für die sensible Wärmelast, die die Kühlung abführen muss.

Warum zählt der USV-Verlust, wenn die USV nicht im Serverraum steht?

Steht die USV im selben Raum (bei kleineren Technikräumen üblich), erhöhen ihre Wandlungsverluste die Raum-Wärmelast direkt. Steht die USV in einem separaten Elektroraum, betreffen ihre Verluste nur die Kühlung dieses Raums — bei der Serverraum-Berechnung weglassen, aber bei der Kühlplanung des USV-Raums selbst berücksichtigen.

Wie unterscheidet sich das vom Luftmengen-CFM-Rechner?

Diese Seite und der Kühllast-Rechner beantworten „wie viel kW/BTU/Tonnen Kühlleistung werden benötigt?". Der Luftmengen-CFM-Rechner beantwortet „welches Luftvolumen (CFM/m³h) erfordert diese Kühlleistung bei gegebenem Temperaturanstieg?". Zuerst die Kühllast, dann die Luftmenge bestimmen.

Was, wenn mein Raum keine Personen oder kaum Beleuchtung hat?

Diese Eingaben auf null oder nahe null setzen — unbemannte, bewegungsgesteuert beleuchtete Technikräume haben tatsächlich eine vernachlässigbare Personen-/Beleuchtungslast im Vergleich zur IT-Last. Die Sicherheitsreserve deckt kleine nicht modellierte Beiträge bereits ab.